„Hätte ich meine Kunden nach ihren Wünschen gefragt, hätten sie ein schnelleres Pferd verlangt.“ Dieses Zitat wird dem US-Autopionier Henry Ford angedichtet, ob zurecht oder nicht, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Sicher hingegen ist, dass sowohl Ford als auch KLINGER Belgium ähnlich bahnbrechende Visionen verfolgen – der Amerikaner eine der schnelleren Mobilität, die Belgier wiederum für effizientere industrielle Filterprozesse. KLINGER Belgium kooperierte dabei mit dem Weltkonzern Henkel, der in der belgischen Hauptstadt Brüssel Klebstoffe herstellt. Gemeinsam wurde im Werk eine selbstreinigende Filteranlage installiert, die dem Standort eine jährliche Ersparnis von 38.000 Euro einbringt und gleichzeitig sechs Tonnen Abfall pro Jahr vermeidet.
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David Wallenus, Großkundenbetreuer bei KLINGER Belgium
Lösung für ein klebriges Problem
Industrielle Klebstoffe sind weit verbreitet, bringen aber einige Herausforderungen mit sich. Ihre Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass sich Partikel leicht an Filtern anhaften, was den regelmäßigen Filtertausch erfordert. Die Filterhalterungen müssen wiederum mit Pyrolyse gereinigt werden, ein zeit- und energieaufwändiges Verfahren. Dieser jährlich notwendige Reinigungsprozess bedeutet auch für das Personal großen Aufwand, nicht zuletzt muss dafür schwere chemische Schutzkleidung angelegt werden. Die Entsorgung der Abfallstoffe ist dementsprechend mühsam und kostenintensiv – es müssen dabei strenge Umwelt- und Arbeitssicherheitsauflagen erfüllt werden. Trotz dieser Widrigkeiten hat sich an diesem Prozess über lange Jahre nichts geändert.

„Es ist einer dieser Fälle, in denen altgediente Methoden nicht hinterfragt werden. Die Kunden sind sich nicht bewusst, dass es besser gehen könnte. Sie sind daran gewöhnt, hohe Mengen an Abfall zu verursachen, und haben das nicht als Problem angesehen.“
David Wallenus ist Großkundenbetreuer bei KLINGER Belgium
Weniger Abfall und Wartungsaufwand bei Henkel
Entgegen der gängigen Industriepraxis sah KLINGER Belgium Verbesserungspotenzial. Mit der Zustimmung von Henkel wurde ein System für selbstreinigende Filter entwickelt, das ohne Umbauten in die bestehende Infrastruktur integriert werden konnte. Die Filter wurden mit rotierenden Schabern versehen, die Verschmutzungen in einen separaten Behälter befördern. Nach ersten Tests wurde das Timing des Reinigungsvorgangs so verbessert, dass die Schmutzpartikel rechtzeitig abgetragen werden, bevor sie verklumpen können.
Der manuelle Wartungsaufwand reduzierte sich bei Henkel dadurch von einer wöchentlichen Aufgabe zu einer Tätigkeit, die nur mehr alle drei Monate ausgeführt werden muss. Zusätzlich konnten so über 700 Wegwerf-Filter aus dem System eliminiert werden. Der verringerte Verbrauch an Filtermaterial schlägt sich auch in einer CO2-Ersparnis nieder: Dank gesunkenem Energieaufwand bei der Pyrolyse rückt Henkel seinen Klimazielen näher.

Lückenlose Systemüberwachung
Nachdem sich das Konzept im Betrieb bewährt hat, kann KLINGER nun an der Ausweitung des Systems arbeiten. Eine zweite Produktionslinie für ein anderes Klebemittel bei Henkel befindet sich bereits im Umstellungsprozess. Ein drittes Projekt für ein Werk in Antwerpen steht in der Planungsphase. An jedem Standort achtet KLINGER auf ein lückenloses Systemmonitoring, sowohl während des Umbaus als auch danach, wenn die Produktion wieder anläuft. Jede Klebstoffformel benötigt spezifische Einstellungen – um die zu erreichen, setzt KLINGER Belgium auf Tests vor Ort und die entsprechende Feinabstimmung des Systems.
Auch wenn die Umstellung bei Henkel klare Vorteile bringt, könnte es noch dauern, bis andere, traditionellere Unternehmen nachziehen und ihre Filterprozesse umstellen. „Es handelt sich dabei wirklich um eine Prozessveränderung und nicht um einige Einzelmaßnahmen“, sagt Wallenus. Trotz der Hürden, die so eine weitreichende Umstellung mit sich bringt, ist man bei KLINGER davon überzeugt, dass die Ergebnisse für sich sprechen. Dank der Langzeitüberwachung verfügt man über eine solide Datenbasis, um nachzuweisen, dass das neue System bei Henkel die Nachhaltigkeit und Kosteneffektivität verbessert.
Auch das direkte Kundenfeedback bringt Lob:

„Die Zusammenarbeit mit KLINGER gipfelte in einer nachhaltigen und effizienten Lösung. Das System passt perfekt zu unserer Mission, Prozesse zu verbessern und Abfallströme zu verringern.“
Carl Anckaert, Leiter für Wartung und Technik bei Henkel
Wallenus kann das nur unterstreichen: „Es kommt nicht oft vor, dass ein Projekt so uneingeschränkt positiv verläuft und keine Rückschläge mit sich bringt. Die Vorteile für Kosten und Sicherheit sind offensichtlich.“


