2025 war ein turbulentes Wirtschaftsjahr – geprägt von globalen Unsicherheiten, aber auch von Hoffnungsschimmern und Wachstum. KLINGER hat mit vier Akquisitionen dabei zu den Positivmeldungen beigetragen. Auch für Sie ein Anlass, das vergangene Jahr positiv in Erinnerung zu behalten?
Daniel Schibli: Ja, durchaus. Geopolitische Ereignisse und daraus entstehende Unsicherheiten sind zumindest seit der Pandemie eigentlich normal geworden. Als Unternehmen sind wir gefordert, politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen laufend zu beobachten und deren möglichen Konsequenzen möglichst genau zu antizipieren.
Christoph Klinger-Lohr: Es zeigt sich einmal mehr, dass unser Geschäftsmodell relativ stabil ist – auch in unsicheren Zeiten. Ein großes Learning von 2025 war allerdings, dass wir in Europa schneller eine Antwort finden müssen, um den schwindenden Absatz in der chemischen Industrie zu kompensieren.
Im Beitrag erwähnte Kontakte:
Daniel Schibli, CEO der KLINGER Group
Christoph Klinger-Lohr, CEO der KLINGER Group
Wie ist die Stimmung für 2026?
Schibli: Die Stimmung ist nach wie vor geprägt von Kurzlebigkeit wie kurzfristigen Ereignissen. Die Menschen sind verunsichert. Dies hat Auswirkungen auf die Konsumstimmung, welche sich wiederum auf die Investitionsgüterwirtschaft auswirkt, in der wir tätig sind. Das heißt, Dinge können sich sehr schnell verändern.

Die EU ist im vergangenen Jahr von einigen Kernaspekten des Green Deal abgerückt: Das Lieferkettengesetz wurde abgeschwächt, die Reporting-Pflichten weniger streng geregelt. Hat das Auswirkungen auf das ESG-Engagement bei KLINGER?
Klinger-Lohr: Sämtliche ESG-Bestrebungen sind sinnvoll, auch ohne den legislativen Druck dahinter. Über den Umfang und die Reporting-Tiefe kann man freilich diskutieren, aber das Prinzip stimmt. Insofern bleiben wir beim eingeschlagenen Kurs.
Wenn Sie das vergangene Jahr Revue passieren lassen – auf welche Leistung, auf welche Erfolge innerhalb der KLINGER-Family sind Sie besonders stolz?
Schibli: Wir können zufrieden damit sein, dass wir uns strategisch weiterhin konsequent positionieren, indem wir uns mit einem erweiterten Produktportfolio entsprechend unseren Kundensegmenten aufstellen. Damit schaffen wir echten Mehrwert für unsere Kunden.


