Aktuelle News aus der KLINGER Gruppe
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Best Practice

Die Kempchen Praxistage 2017

Vor sechs Jahren lancierte die deutsche Kempchen Dichtungstechnik eine Veranstaltung, die sich auf die unterschiedlichen Herausforderungen der jeweiligen Industrien im Bereich der Dichtungstechnik fokussiert. Sechs Jahre später sind die sogenannten „Kempchen Praxistage“ zu einem zweitägigen Event (das gleiche Programm wird an zwei separaten Tagen angeboten, damit auch wirklich alle daran teilnehmen können) herangewachsen, der mehr als 300 Teilnehmer anzieht und hochrangige Gastredner aus allen Feldern, inklusive Behörden, Universitäten und Branchenführer vorstellt. Vom 21. bis 22. Juni am Kempchen-Standort in Oberhausen, Deutschland, abgehalten, versprachen die sechsten Kempchen Praxistage ein besonders interessantes Programm und eine breite Palette an Themen.

Klaus Schonebeck, Managing Director bei Kempchen Dichtungstechnik, eröffnet die Praxistage

Klaus Schonebeck, Managing Director bei Kempchen Dichtungstechnik, hat einen Auftritt und eine offizielle Aufgabe im Rahmen der jährlichen Kempchen Praxistage:
Um 08:45 heißt er die Teilnehmer willkommen und gibt anschließend eine kurzen Überblick über das Programm, das nachmittags um halb vier mit der Schlussrunde seinen Höhepunkt erreicht. Und laut Klaus Schonebeck ist das genau so, wie es sein sollte: „Die Kempchen Praxistage sind kein Vertriebsevent, wo wir unsere Kunden, Lieferanten und Industriepartner überzeugen, dass unsere Produkte und Dienstleistungen die Besten am Markt sind“, erklärt er und fügt hinzu: „Das ist eine Konferenz, die sich auf Entwicklungen innerhalb der Branche fokussiert, auf Entwicklungen, die uns alle betreffen.“ Die Aussage des Managing Directors von Kempchen lässt sich mit einem Blick auf die mittlerweile sechste Ausgabe der Kempchen Praxistage sehr einfach bestätigen: Kein einziger Vortrag auf der Agenda wird von einem Kempchen Mitarbeiter gehalten – und selbst wenn es einen gäbe, wie durchaus in der Vergangenheit der Fall, dann würde er sich nicht auf das Portfolio des Unternehmens, sondern auf ein für die Industrie wichtiges Thema konzentrieren. Wer erhält dann die Möglichkeit, im Rahmen der Kempchen Praxistage zu präsentieren?

Aus dem richtigen Holz geschnitzt

„Ich denke unsere Veranstaltung ist so erfolgreich, weil wir unseren Gästen den richtigen Mix bieten“, sagt Klaus Schonebeck und fügt hinzu: „Unsere Redner kommen aus allen Bereichen: Einige sind im universitären Umfeld tätig, andere aus dem Engineering. Diese sind in mit dem Anlagenbetrieb verwandten Feldern tätig. Und wir laden auch Vertreter der Behörden ein, die für die Regelungen innerhalb unserer entsprechenden Industrien verantwortlich zeichnen, um Vorträge zu halten.“ Anders formuliert, ermöglicht die Konferenz den Stakeholdern ihre Ansichten, Einblicke und Gedanken mit einem interessierten Publikum auszutauschen. Neben der Theorie beleuchten die Kempchen Praxistage – wie der Name bereits vermuten lässt – auch die tatsächliche Praxis sowie Fallstudien. Und der Vortrag von Olaf Stommel, Betriebsingenieur und Wartungsleiter bei Arsol Aromatics, war in diesem Zusammenhang keine Ausnahme. Der Titel seiner Präsentation: „Flanschmanagement im 2016 Shutdown“.

Die Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit zu einer Führung durch die Fertigungsbereiche von Kempchen Dichtungstechnik

Detailstudie

Arsol Aromatics ist ein deutscher Hersteller von Grundchemikalien aus Rohbenzol. Dazu gehören Styrene, Cumene, Cyclohexane, Toluene, Xylene und das vom Unternehmen warenrechtlich geschützte Arsol. Diese Chemikalien werden allesamt in zahlreichen Verbrauchsgütern eingesetzt. Im Zuge seines Vortrags detaillierte Olaf Stommel die für eine Flanschwartung während eines Shutdowns notwendigen Schritte, inklusive der notwendigen Anforderungen und Regelungen, die dem Prozess zugrunde liegen. Zudem brachte er Beispiele der Betriebsblätter für Dokumentations- und Verifikationszwecke sowie einen Überblick über die entsprechende Markierung der Armaturen. Er diskutierte auch die Materialmanagement-Aspekte seiner Arbeit und gab Einblicke in die vorgefundenen Defekte. Ein solcher Schaden stellte eine besondere Herausforderung dar: Eine Dichtung an der Spitze der höchsten Kolonne der Raffinerie musste getauscht werden. Die Tätigkeit wurde darüber hinaus noch durch die Tatsache erschwert, dass sich die Flanschverbindung außerhalb der begehbaren Bereiche befand, und zwar in einer Höhe von 68 Metern. „Um an den Flansch zu gelangen, mussten wir zuerst ein Hängegerüst mit einem 180-Tonnen Kran in Position bringen“, erklärt Olaf Stommel und fügt hinzu: „Wie Sie sich sicher vorstellen können, war das weder ein kostengünstiges noch ein schnell erledigtes Unterfangen.“ Was das Publikum am Vortrag des Wartungsleiters von Arsol Aromatics ebenfalls sehr zu schätzen wusste, war die offene und auf den Punkt gebrachte Weise, mit der er gründlich die Details eines weiteren Ereignisses besprach. Ein anderer Vortragender hätte diese möglicherweise erst gar nicht erwähnt: Im Zuge der Shutdown-Phase im September 2016 brach ein Feuer in einer der elf Kolonnen des Werks aus. Rund 60 Feuerwehrleute waren sofort zur Stelle, das Löschen des Feuers in einer Höhe von 50 Metern erwies sich dennoch als herausfordernd, und dauerte vom frühen Morgen bis in die Mittagsstunden. Glücklicherweise war zum Zeitpunkt des Feuers die Kolonne nicht mehr in Betrieb, wodurch es weder für die Umwelt noch für die Peripherie des Werks zu Schäden kam. Olaf Stommel beendete seinen Vortrag mit Bildern des Brands und dem nachfolgenden Austausch des Kolonnenkopfes. Klaus Schonebeck: „Als Veranstalter der Kempchen Praxistage sind wir besonders stolz, Kollegen wie Olaf Stommel an Bord zu haben. Sie zeigen uns, wie viel wir voneinander lernen können und dass wir schlussendlich alle im gleichen Boot sitzen: Unser gemeinsamer Auftrag, neben der Bereitstellung von ausgezeichneten Produkten und Dienstleistungen, besteht aus dem sicheren Betreiben von Anlagen. Diese Verantwortung tragen wir alle – sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt."

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