Sehr korrosive Medien, sehr abrasive Medien, Medien mit hohem Feststoffanteil: Das sind die extremen Anforderungen, denen Armaturen in der Papierindustrie standhalten müssen. „Aber nicht nur dort, auch in der Stahlindustrie oder in der Geothermie müssen die Armaturen mit herausfordernden Bedingungen zurechtkommen. Kurz gesagt: Der Ballostar KHI-F kommt dort zum Einsatz, wo andere Armaturen an ihre Grenzen stoßen“, sagt Gerhard Gruber, Anwendungstechniker bei KLINGER Fluid Control. Er hat die Entwicklung des neuen Kugelhahns bei KLINGER Fluid Control begleitet und kennt seine technischen Spezifikationen aus dem Effeff. Und die haben es in sich:

“Betrachtet man beispielsweise das Gehäuse des Vorgängermodells mit der Größe DN 200, so konnten wir das Gewicht von 107 Kilogramm mit dem KHI-F auf 85 Kilogramm reduzieren. Möglich wurde das mit einer verringerten Wandstärke und einer Gewichtsreduktion der Kugel von 24 Prozent.”
Gerhard Gruber ist Anwendungstechniker bei KLINGER Fluid Control und weiß, was der neue Ballostar KHI-F kann
Das bringt nicht nur Erleichterungen beim Einbau der Armatur, sondern Einsparungen beim Materialaufwand und somit weniger Kosten in der Herstellung. Die Ersparnis wird nicht zuletzt an die Kunden weitergegeben.
Temperaturbereich vergrößert
Verbesserungen haben sich auch beim Temperaturbereich ergeben. Durch den Einsatz von neuen O-Ringen zur Abdichtung an der Schaltwelle kann der KHI-F nun bei Temperaturen von -10 bis hin zu +250° C eingesetzt werden. „Für jene Anwendungen, die besonders kalte Medien von -45° C erfordern, können wir spezielle Tieftemperatur-O-Ringe einsetzen. Im Temperaturbereich von -30 bis +125° C für Ammoniakanwendungen wird ein eigener Ammoniak-O-Ring verwendet“ und für Gas-Applikationen ein eigener Gas-O-Ring von 0 bis +150° C sagt Gruber. Den größten Fortschritt sieht er allerdings beim namensgebenden Flansch.

Der Flansch macht den Unterschied
Durch das Anbringen von sogenannten „Vorschweißflanschen“ hat das Team von KLINGER Fluid Control die Einsatzgebiete des Kugelhahns wesentlich erweitern können. „Wir bieten für verschiedene Druckstufen die richtigen Flansche und erhöhen so die Diversität bei den Flanschanschlüssen. Die Flanschplatte ist jetzt ein Standard, der das Arbeiten in vielen Anwendungen extrem erleichtern wird“, sagt Gruber. Die Produktion des KHI-F am Standort Gumpoldskirchen ist bereits gestartet, einige Exemplare wurden auch schon geliefert: In Spanien wurde damit ein Pulp-and-Paper-Projekt abgewickelt. Jährlich sollen rund 200 bis 300 Stück des KHI-F bei KLINGER Fluid Control vom Band laufen, so Grubers Schätzung.
Im Beitrag erwähnte Kontakte:
Gerhard Gruber, Anwendungstechniker bei KLINGER Fluid Control
Fact box
Did you know…
… der KHI-F standardmäßig mit Nord-Lockscheiben für die Schrauben an der Lagerung ausgeliefert wird? Diese Scheiben sorgen dafür das sich die Schrauben nicht von selbst lockern. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sich Vibrationen über die Rohrleitungen ausbreiten und sich potenziell auf die Schrauben des Kugelhahns übertragen könnten.
… KLINGER Fluid Control auch die Gehäuseschrauben des KHI-F überarbeitet hat? Neu im Einsatz sind Kopfschrauben anstatt Schraubenbolzen und Muttern. Das erleichtert die Handhabung und bringt auch eine höhere mechanische Festigkeit des Kugelhahns mit sich.
… der KHI-F auch zusätzliche Klingersil C-4430 Dichtungen an der Teilung (wo beide Gehäusehälften miteinander verschraubt sind) und an der Lagerung hat, und dadurch im Gegensatz zur Vorgängerversion im Standard Fire-Safe und ISO 15848 Anforderungen erfüllt.



