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Smarte Umweltlösung: Innovatives Windel-Recycling mit KLINGER The Netherlands
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Smarte Umweltlösung: Innovatives Windel-Recycling mit KLINGER The Netherlands

KLINGER The Netherlands unterstützt die Entwicklung einer innovativen Recycling-Anlage für Windeln

Die Müllverbrennungsanlage ARN B.V. im niederländischen Weurt schafft es als weltweit erste Windeln und Inkontinenzbinden zu recyceln. KLINGER, führend bei Dichtungen, Armaturen und Flüssigkeitsüberwachungssystemen, war vom ersten Tag mit an Bord und hat das nachhaltige Projekt mit technischem Know-how und den passenden Bauteilen unterstützt.

Im Beitrag erwähnte Kontakte:

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Machen Windeln und Inkontinenzbinden wirklich so viel Müll? Ja! Aber nicht mehr lange – zumindest in den Niederlanden. Denn der holländische Abfallverwerter ARN hat eine Methode entwickelt, mit der benutzte Windeln als Ressource weiter verwertet werden können. Um die Ursprungsidee technisch umzusetzen, wandte sich das Unternehmen an die Spezialisten von KLINGER.

Rutger Jan Pessers, Leiter der ARN Weurt

„Früher wurden Windeln einfach verbrannt, jetzt können wir sie recyceln. Sie werden in Plastik, Düngemittel und Biogas zersetzt. Damit sparen wir Unmengen an CO2.“

Rutger Jan Pessers, Leiter der ARN Weurt

 

CO2-Ersparnis

Bei der neuen Methode des Windel-Recyclings werden – im Vergleich zur herkömmlichen Verbrennung – pro Tonne verarbeitetem Material 964 Kilo CO2-Äquivalente eingespart.

Für ARN bedeutet das:
14.460 Tonnen weniger an CO2 pro Jahr, sobald der Ausbau 2021 vollständig umgesetzt ist.

KLINGER-Know-how für eine bahnbrechende Erfindung

KLINGER The Netherlands verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz was industrielle Produktionsprozesse betrifft. Und trotzdem: Diese Herausforderung war wirklich neu. „Unsere Expertise als Ingenieure passt sich den jeweiligen Produktionsprozessen an. In Wirklichkeit geht es ja immer nur um angewandte Physik. In unserem Geschäft muss man die idealen Spezifika berechnen können, ganz egal, wie komplex die Anforderungen sind“, sagt Boudewijn Slager, Product Specialist für Fluid Control bei KLINGER The Netherlands. „Hitze, Druck, Korrosion, Durchflussrate, Beschaffenheit des Mediums, und vieles mehr – wir bedenken alle Faktoren, um das passende Produkt auszuwählen oder zu entwerfen.“ Entsprechend intensiv arbeiteten die Kollegen bei KLINGER mit der technischen Abteilung und dem Projektmanagement zusammen, um die spezifischen Prozessanforderungen zu diskutieren, die Vorgaben an die Konstruktion zu ermitteln sowie ARN mit Berechnungen und Bewertungen zu unterstützen.


Die richtigen Armaturen für heißen Dampf, Hochdruck und andere Extrembedingungen

Windeln bestehen aus Plastik, Papier und biologisch abbaubarem Abfall. Oft beinhalten sie aber auch problematische Stoffe, etwa Arzneimittel. Darum war die Ursprungsidee sie bei einer hohen Temperatur von 250°C zu schmelzen, das Plastik zu entnehmen und zu recyceln und die restlichen Bestandteile für Biogas und Dünger zu nutzen. Dabei gab aber es einige unbekannte Variablen: Welche Leitungen würden den Dampf sicher transportieren; welche Armaturen dem extrem hohen Druck standhalten, der dafür notwendig sein würde? Wie würde man verhindern, dass geschmolzenes, wieder erstarrtes Plastik die Rohre verstopft? KLINGER The Netherlands brachte seine Expertise ein, um Lösungen zu entwickeln, und lieferte passende technische Komponenten wie unterschiedliche Armaturen (Regelventile, Kugelhähne, Absperrklappen und speziell konzipierte Regelventile), Kondensatableiter, Dichtungen und Schläuche.

Wussten Sie, …

… Inkontinenzeinlagen, wie sie viele ältere Menschen benutzen, oft Arzneimittelrückstände enthalten, die bei der Entsorgung ins Grundwasser gelangen können? Der vom niederländischen Maschinenbaubetrieb Elsinga Beleidsplanning en Innovatie gemeinsam mit ARN entwickelte Prozess kann das verhindern, indem er Windeln und Einlagen in ihre Komponenten zerlegt. So bleiben die Emissionen der Anlage fast komplett frei von Arzneimittelrückständen.


Winde-Recycling - Boudewijn Slager, Klaas Doting, Niek Temmens
Boudewijn Slager und Klaas Doting (mit den weißen Helmen) von KLINGER The Netherlands begleiteten ARN von Beginn an mit ihrer Expertise vor Ort. Niek Temmens (roter Helm), Process Operator bei ARN, betreibt die Anlage.


Winde-Recycling - KLINGER Armatur
KLINGER The Netherlands versorgte ARN nicht nur mit Know-how, sondern auch mit passenden technischen Komponenten, etwa verschiedenen Armaturen, Kondensatableitern, Dichtungen und Schläuchen.

Ein einzigartiger Recyling-Prozess für die ganze Welt

Der Recyclingprozess wurde zunächst mit 80 Kilo Windeln in einer kleinen Pilotanlage getestet. Im Herbst 2019 war die erste von drei großen Anlagen betriebsbereit. Sie kann 5.000 Tonnen Windeln pro Jahr verwerten. ARN plant, die Anlage zu erweitern, damit jährlich 15.000 Tonnen recycelt werden können – das entspricht 75 Millionen Windeln. Der innovative Windel-Aufbereitungs-Prozess wurde kürzlich vom National Institute for Public Health and the Environment (https://www.rivm.nl/en) genehmigt und erhält nun auch EU-Förderungen. Bald soll dieser technische Meilenstein auch der restlichen Welt zur Verfügung stehen. „Das ist weltweit der erste Recyclingprozess dieser Art und wird mit entsprechend großem Interesse verfolgt. Ist er erfolgreich, wird er mit Sicherheit vielerorts implementiert werden“, so Klaas Doting, Sales Engineer bei KLINGER The Netherlands. Elsinga kümmert sich um den internationalen Vertrieb des patentierten Prozesses.

Boudewijn Slager, Product Specialist Fluid Control bei KLINGER The Netherlands

„Wir helfen unseren Kunden, ihre industriellen Prozesse zu verbessern – das ist unser tägliches Geschäft. Doch dieses Projekt ist etwas Besonderes: Jeder kennt Windeln, aber nur wenige haben sich über den Umweltaspekt ihrer Entsorgung Gedanken gemacht. Ich bin stolz, Teil dieses bahnbrechenden Projekts zu sein.“

Boudewijn Slager, Product Specialist Fluid Control bei KLINGER The Netherlands

 


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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Wie viele Windeln werden in den Niederlanden entsorgt?
    Jedes Jahr werden in den Niederlanden circa 400.000 Tonnen an Windeln und Inkontinenzbinden verbrannt. Das entspricht etwa acht Prozent des Haushalts-Restmülls. Industrieabfälle von Krankenhäusern und Pflegeheimen verdoppeln diese Menge in etwa. Insgesamt fallen ungefähr 75 Millionen Stück pro Jahr an.

  • Wie werden die Windeln gesammelt?
    Die getrennte Sammlung der Windeln wird vom Land organisiert, in einer Region läuft sie bereits. Den Einwohnern entstehen dabei keine Extrakosten. Pflegeheime und Spitäler können so ihre Müllgebühren erheblich reduzieren.

  • Wie funktioniert der Recycling-Vorgang von ARN?
    Die Windeln werden in die Anlage gepumpt und mittels 250°C Grad heißem Dampf zum Schmelzen gebracht. Während des Abkühlvorgangs entsteht eine Flüssigkeit, die Plastikgranulat enthält. Sie wird zu Biogas und Dünger umgewandelt, das Plastikgranulat kann weiter recycelt werden.

  • Wofür wird das recycelte Plastik verwendet?
    Plastikgranulat bildet den Großteil des Outputs der Windelanlage in Weurt. Es kann zu einer Reihe von Produkten weiterverarbeitet werden, etwa Flaschenverschlüssen, Blumentöpfen oder Dachschindeln.

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