In Diskussionen über PTFE und andere fluorierte Materialien werden die Begriffe FPA-frei und PFAS-frei oft gleichgesetzt. Chemisch betrachtet beschreiben sie jedoch zwei verschiedene Sachverhalte.
PFAS
PFAS steht für eine große Gruppe von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen. Dazu zählen Fluorpolymere wie PTFE und FKM, die als Hochleistungswerkstoffe besonders in Dichtungsmaterialien eingesetzt werden, bei denen Sicherheit, chemische Resistenz und langfristige Stabilität entscheidend sind. Diese Polymere ermöglichen Dichtungen, die extremen Temperaturen, aggressiven Medien und hohem Druck standhalten, ohne sich zu zersetzen. In vielen Branchen – Chemie, Luftfahrt, Halbleiterindustrie, Pharma, Energie, Schifffahrt und Lebensmittelproduktion – gibt es keine technisch gleichwertigen Alternativen. Eine Einschränkung von Fluorpolymeren würde die Emissionskontrolle, die Betriebssicherheit und die Funktionsfähigkeit von Anlagen gefährden.
FPA-frei
FPA-frei bedeutet, dass beim PTFE-Herstellungsprozess auf fluorierte Polymerisationshilfsmittel (FPA) verzichtet wird. FPAs sind Hilfsstoffe auf PFAS-Basis und werden während der PTFE-Polymerisation eingesetzt. Sie verbleiben zwar nicht im Endprodukt, stehen aber zunehmend im Fokus von Regulierungen, da sie in der Umwelt sehr beständig sind und potenziell toxisch wirken können.
Daher kann ein PTFE-Dichtungswerkstoff wie folgt klassifiziert werden:
- FPA-frei: hergestellt ohne schädliche PFAS-basierte Prozesshilfsmittel
- Nicht PFAS-frei: da PTFE selbst zu den PFAS zählt
Diese Unterscheidung ist entscheidend für die regulatorische Genauigkeit, die Kommunikation in Bezug auf Compliance sowie für die technische Dokumentation. Die Verwendung der korrekten Terminologie gewährleistet Transparenz und berücksichtigt die chemische Beschaffenheit von PTFE-basierten Dichtungsmaterialien, wie beispielsweise das FPA-freie KLINGER top-chem Dichtungsmaterial.
Frequently asked questions (FAQ)
Warum gibt es eine öffentliche und regulatorische Diskussion über PFAS?
PFAS sind äußerst stabile Chemikalien, die jahrzehntelang in der Umwelt verbleiben und sich teilweise in Wasser, Boden und Organismen anreichern. Aufgrund ihrer Beständigkeit und potenziellen Gesundheitsrisiken werden sie von Regulierungsbehörden als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Als Reaktion darauf prüft die Europäische Union (EU) PFAS im Rahmen des Programms zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien (REACH). Einige EU-Mitgliedsstaaten haben zudem weitreichende Beschränkungen vorgeschlagen, um nicht essentielle Verwendungen EU-weit schrittweise zu verbieten.
Welche Rolle spielt REACH?
REACH ist die wichtigste Chemikaliengesetzgebung der EU und regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Der aktuelle Vorschlag zur Beschränkung von PFAS im Rahmen von REACH sieht vor, PFAS in vielen Branchen zu verbieten oder stark einzuschränken, sofern keine Ausnahme für eine „wesentliche Verwendung“ vorliegt.



