Vertrauen durch Verlässlichkeit.
KLINGER International

Vienna calling

FRANZ GYSI AG und KLINGER veranstalten 13. Schweizer Fernwärmekonferenz

Vienna ist eine „klassische“ Touristendestination für all jene, die sich für Kunst, Oper und ein Übermaß an Barock interessieren. Die österreichische Hauptstadt lockt jedoch jedes Jahr auch eine ganz andere Klientel an: Solche, die mehr über das Fernwärmenetzwerk, seines Zeichens eines der weitläufigsten Europas, wissen möchten. Und in diesem Kontext sind zwei „alte Hasen“ in diesem Bereich, die FRANZ GYSI AG und KLINGER, mehr als nur willens, die Erwartungen zu erfüllen.

Franz Gysi, Co-Organisator der Schweizer Fernwärmekonferenz mit seinem gemeinsamen Partner KLINGER, ist fest davon überzeugt, seinen Kollegen, Partnern und Kunden nur das Beste bieten zu wollen. Deshalb lädt er für das Thema Fernwärme seine Industriekollegen zu einer Reise nach Wien und dessen Umgebung ein. Während die unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten und Monumente zweifellos auch sehr angenehm für das Auge sind, kommt Franz Gysi primär aus einem ganz anderen Grund mit seiner Fernwärmetagung her: Das Wiener Fernwärmenetz, das von Wien Energie über seinen Fernwärmeanbieter Fernwärme Wien betrieben wird, zeichnet sich durch modernste Technologie, ein Transportnetzwerk von rund 1.100 Kilometern und einer Reihe an umweltfreundlichen Innovationen im Bereich der Fernkühlung aus.

Die Delegation aus der Schweiz besucht die KLINGER Holding

Auftakt

Vom 21. bis zum 23. August abgehalten und 25 Teilnehmer umfassend, nahm die 13. Schweizer Fernwärmetagung ihren offiziellen Start mit einer Führung durch die Müllverbrennungsanlage Spittelau. Im nördlichsten Punkt des neunten Wiener Gemeindebezirks und nahe dem regulierten Seitenarm der Donau, dem Donaukanal, gelegen, leistet die Anlage mit einer installierten Leistung von 460 MW den zweigrößten Beitrag zur Fernwärmeversorgung der Hauptstadt.

Errichtet im Jahr 1971, ist die Müllverbrennungsanlage wiederholt über die Jahre modernisiert worden, um technologischen Entwicklungen im Bereich der Abgasreinigung Rechnung zu tragen. Es ist auch interessant zu wissen, dass die künstlerisch bearbeitete Fassade, die mittlerweile zu den vielen Wahrzeichen Wiens gehört, nicht Teil des Originaldesigns war: Nach einem Großbrand im Jahr 1987 beauftragte der Wiener Energieversorger Friedensreich Hundertwasser der Anlage ihr neues Aussehen zu geben. Laut dem Künstler kombiniert es Technologie mit Ökologie und der Kunst. Heute verbrennt die Müllverbrennungsanlage rund 260.000 Tonnen Abfall pro Jahr und kann somit jährlich einen Durchschnitt von 60 MW an Wärme in das Fernwärmenetz zur Abdeckung der Grundlast einspeisen. Das funktionelle Kunstwerk Wiens wird auch zum Management von Spitzenlasten eingesetzt: Fünf zusätzliche gas- und gas-/ölbefeuerte Hochtemperaturkessel können bis zu 400 MW an thermischer Leistung produzieren; die installierte elektrische Kapazität beträgt dabei 6 MW. Insgesamt generiert das Kraftwerk eine Jahresmenge von 40.000 MWh an Strom und 470,000 MWh Wärme – mehr als 60.000 Haushalte in Wien werden damit versorgt.

 

Eine Besichtigung des Produktionsbereichs von KLINGER Fluid Control

Abkühlung

Da die meisten sich in den heißen Augusttagen genau das Gegenteil erhoffen, wurden den Teilnehmern aus der Schweiz eine weitere Dienstleistung der Anlage in der Spittelau nähergebracht: Die Fernkühlung. Laut Wien Energie nimmt die Nachfrage für Fernkühlung in Wien jährlich um durchschnittlich 15 Prozent zu. Das entspricht 10 bis 20 MW, oder mittels einer anderen Zahl ausgedrückt, 200.000 bis 400.000 klimatisierte Quadratmeter. Das erste Fernkühlungszentrum des Energieversorgers wurde vor zehn Jahren eröffnet. Heute liefern insgesamt 13 solcher Zentren einen Gesamtoutput von 120 MW. Den Wiener Industriekollegen ist es jedoch ein Anliegen drauf hinzuweisen, dass die in der Anlage zum Einsatz kommenden Lösungen klimafreundlich sind: Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden verbrauchen die Wiener Fernwärmekühlungsbemühungen fünf bis zehn Mal weniger Primärenergie und liefern vergleichbare CO2-Einsparungen. Die Erzeugung von Fernkälte wird hauptsächlich über sogenannte Absorptionskälteanlagen, die anstelle von Strom durch Wärme betrieben werden, erzielt. Da die in der Müllverbrennung erzeugte Energie auch zu Abwärme führt, kann diese sofort für Kühlungszwecke eingesetzt werden. „Lösungen wie diese zeigen auf, dass Fernwärme und Fernkühlung sprichwörtlich Hand in Hand gehen können. Sie beweist auch, dass wir bei diesen Technologien den Zenit noch nicht erreicht haben. Daher sind Fallstudien wie diese hier von so großem Interesse für meine Schweizer Kollegen und mich“, erklärt Franz Gysi und erklärt, warum die mit KLINGER gemeinsam organisierte Fernwärmetagung nach 13 Jahren in der Schweiz noch immer so nachgefragt ist. Der andere Grund für die Teilnahme an der jährlichen Veranstaltung, einige Kollegen sind bereits zum wiederholten Mal dabei, ist natürlich das Netzwerken. „Denken Sie an wissenschaftliche Konferenzen. Diese werden immer wieder vom mehr oder weniger gleichen Personenkreis besucht. Der Grund dafür liegt eindeutig im Wunsch, in Kontakt und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Und in dieser Beziehung ist die Fernwärmetagung mit ihren vielen Möglichkeiten zur Wissensteilung und dem Austausch von Erfahrungen nicht anders“, glaubt Franz Gysi. Als Abrundung des Energieerzeugungssegments der Konferenz besuchten die Teilnehmer das Kraftwerk „Arsenal“ im dritten Wiener Gemeindebezirk. Mit seinen zwei Kesseln, die mit Erdgas oder Heizöl betrieben werden können, hilft es bei der Bewältigung der Spitzenlasten. Mehr als 70.000 Haushalte, fast ein Viertel aller Privatkunden, verlässt sich auf diese Anlage für die ununterbrochene Bereitstellung von Fernwärme.

Fernwärme Wien zeichnet für das Fernwärmenetzwerk Wiens verantwortlich

Von der Erzeugung zur Produktion

Nach dem Besuch der Energieversorger Wiens konzentrierte sich der zweite Teil der Fernwärmetagung auf diejenigen, die für eine konstante Bereitstellung von Strom und Wärme sorgen. Man verließ dafür Wien und besuchte den niederösterreichischen Ort Gumpoldskirchen, wo die Teilnehmer wertvolle Einblicke in die Fertigungsprozesse der Anlagen von KLINGER Dichtungstechnik und KLINGER Fluid Control erhielten, die ihrerseits ein Areal von 13.000 Quadratmetern umfassen. „Wir haben den Gästen unser Qualitätsmanagementsystem sowie unsere neuen Produkte, darunter KLINGER CompenSil, KLINGERtop-chem 2000 soft und KLINGER SLS Multiplus vorgestellt“, erklärt Wolfgang Kohlbacher, Sales Manager bei KLINGER Dichtungstechnik. Und sein Kollege Gerald Vasek fügt hinzu: „Wir zeigten ihnen auch einen Film über unsere Dichtungsfertigung und luden sie ein, unsere neu gestalteten Labors zu besichtigen.“ KLINGER Fluid Control, der österreichische Armaturenhersteller der Group, machte die Teilnehmer mit den unterschiedlichen im Armaturenfertigungsprozess beteiligten Abteilungen vertraut. Europas einzige Testanlange für Kugelhähne gemäß der Norm EN 488 und die Arbeit des KLINGER Fluid Control F&E Teams beeindruckte die Experten aus den Bereichen Fernwärme, Planung und Rohrbau ohne Ende. „Aus unserer Sicht beginnt Qualität nicht mit dem Fertigungsprozess. Sie startet damit, dass wir unsere Kunden wertschätzen. Es war daher eine große Freude, unsere Kollegen aus der Schweiz hier zu Besuch zu haben“, sagt Manfred Stockinger, Managing Director von KLINGER Fluid Control.

Letzter Aufruf

Selbst schöne Erlebnisse müssen irgendwann ihren Abschluss finden. Im Fall der 13. Fernwärmetagung war das ein letztes Zusammenkommen im KLINGER Herrenhaus, das auch als Zentrale der KLINGER Holding dient. Daniel Schibli, CEO der KLINGER Group und selbst aus der Schweiz, bedankte sich persönlich bei den Teilnehmern und wünschte ihnen eine angenehme Heimreise. Franz Gysi fasst die Veranstaltung zusammen: „Ich glaube die Fernwärmetagung war auch in diesem Jahr ein Erfolg. Wir konnten unseren Teilnehmer zahlreiche Technologien und Lösungen zeigen, die bei den Wiener Kollegen im Einsatz sind. Gemeinsam mit den Führungen durch die beiden KLINGER Werke bedeutet das Einblicke aus beiden Welten: Einerseits die umgesetzten Lösungen, andererseits die Produkte, welche diese Lösungen erfolgreich machen.“

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